Leben ohne Plastik

Plastik ist derzeit das wohl umstrittenste und meistkritisierteste Verpackungsmaterial weltweit. Wir alle kennen die Fotos von Baby-Robben die in Schnüren gefangen sind oder von toten Möwen deren Bauchinhalt nur aus Plastik-Kleinteilen bestehen. Bekannt sind auch die Bilder von den großen Müllstrudeln in den Weltmeeren, die dort durch die Meeresströme ihre Runden drehen und immer größer werden. Das alles sind die Resultate unseres ungehaltenen Konsums, dem Bildungsmangel und fehlenden Recycling-Systemen in vielen Länder. Weitere Fakten zum Thema Plastikmüll klingen nicht weniger besorgniserregend: Über 300 Millionen Tonnen Plastik werden jährlich produziert von denen fast 7 Millionen Tonnen im Meer landen. Dort werden die Kunststoffpartikel von den Fischen und Kleinstlebewesen aufgenommen und laden so am Ende wieder auf unseren Tellern. Klingt appetitlich, oder? 

Wer jetzt laut aufschreit und sagt "Aber ich alleine kann doch nichts ändern!" dem können wir von Hofmeister nur entgegnen: "Aber du kannst es versuchen. Das schlimmste was passieren kann, ist, dass sich die Müllmengen reduzieren und wir eine saubere Umwelt für unsere Kinder und Enkelkinder hinterlassen."

  1. 4 Gründe für ein Leben ohne Plastik
  2. Was du tun kannst: 10 Tipps für ein plastikfreies Leben
  3. Holz und seine positive Ökobilanz
  4. Statistik zum Plastikmüll im Meer
  5. Mikroplastik und die Folgen für die Umwelt
    1. Was ist Mikroplastik?
    2. Wie kommt Mikroplastik in die Umwelt?

 

4 Gründe für ein Leben ohne Plastik

Grund 1: Plastik enthält Weichmacher

Phthalate (Weichmacher) und Bisphenol A sind nicht nur schwer auszusprechen sondern auch im gleichen Maße gesundheitsschädliche Stoffe, die im Plastik enhalten sind. Die Spuren dieser Weichmacher, die wir über die Nahrung oder per Hauskontakt aufnehmen, lassen sich mittlerweile in fast jedem Körper nachweisen. Allergien, Veränderung des Erbgutes und Unfruchtbarkeit können die Folgen sein.

Grund 2: Meerestiere und Vögel sterben am Plastik

So ein graues Plastikteil kann aber auch einem kleinen Fisch sehr ähnlich sehen, oder? Nicht nur Seevögel sondern auch Fische verwechseln das herumschwimmende Plastik mit Nahrung und verhungern dann qualvoll mit einem Magen voller Plastik. So sterben jährlich viele Meeressäuger an den Folgen des Mülls.

Grund 3: Kunststoff wird selten recycelt

In vielen Entwicklungs- und Schwellenländern der Welt gibt es keine funktionierenden Abfall- und Recyclingsysteme. Entweder wird der Müll einfach dort liegen gelassen wo er anfällt oder hinter dem Haus gesammelt und verbrannt. In solchen Ländern wird nur sehr wenig Kunststoff wirklich recycelt, da dies sehr kostenintensiv ist und funktionierende Systeme wie in Deutschland noch nicht etabliert sind.

Grund 4: Plastik hat eine schlechte Ökobilanz

Viele Kunststoff- und Plastikprodukte oder Rohmaterialien produzieren wir in Deutschland nicht selbst, sondern lassen es aus anderen Ländern importieren. Das bedeutet, dass das Plastik bereits lange Transportwege zurückgelegt hat bevor es überhaupt verarbeitet wird und so die Umwelt doppelt belastet. Man sollte hierbei auch beachten, dass in Ländern wie bspw. China andere Regeln für den CO²-Ausstoß gelten, als in Deutschland.

 

 

Was du tun kannst: 10 Tipps für ein plastikfreies Leben

In der heutigen sind viele Helferlein aus Plastik fast gar nicht mehr aus unserem alltäglichen Leben wegzudenken. Ob die eingeschweißten Tomaten im Supermarkt, der Tacker im Büro oder unser Smartphone: überall finden wir Plastik. Es macht unser Leben leichter, zerstört aber dafür unsere Umwelt. Doch es gibt viele Situationen in denen man absichtlich auf Plastik verzichten könnte. Wir zeigen dir mit ein paar kleinen Tipps wie das geht: 

1. Tipp: Coffee To Go Becher vermeiden

Wie wäre es morgens 5 Minuten eher das Haus zu verlassen und den Kaffee bei deinem Lieblingsbäcker im Sitzen aus einer Tasse zu trinken? Man schont nicht nur die Umwelt, sondern kann auch ganz entspannt in den Tag starten anstatt schon morgens zur Arbeit oder Uni zu hetzen. Und wenn du es doch mal eilig hast, kannst du dir zuhause deinen Thermobecher schnappen und den Kaffee dort hineinfüllen lassen. Du verbrennst dir nicht den Mund, der heiße Kaffee schwappt dir beim Laufen nicht auf die Hand und du vermeidest auch noch unnötigen Müll.

 

2. Tipp: Holzteller statt Einweg-Teller

Egal ob beim Festival, beim Grillen im Garten oder beim Picknick im Park: Der Einwegteller aus Plastik muss mit! Falsch. Wir belasten die Umwelt mit unnötigem Wegwerfgeschirr aus Plastik was wir maximal eine halbe Stunde benutzen. Besser für die Natur sind zwar Pappteller, doch wenn wir mal ehrlich sind, haben wir alle schonmal Löcher in die Teller geschnitten, weil die Pappe durchgeweicht war. Kennst du schon wiederverwendbare Teller aus unbehandeltem Holz? Die sind nicht nur die absoluten Hingucker sondern sind auch noch leichter als Keramikteller und können auch nicht so schnell kaputt gehen. Klingt eigenltich praktisch, oder?

 

3. Tipp: Seife am Stück benutzen

Sie ist aus unseren Badezimmern nicht mehr wegzudenken: Flüssigseife aus dem Plastikspender. Die meisten Spender landen im Müll sobald sie leer sind. Umweltverträglicher sind zwar wiederbefüllbare Seifenspender, aber plastikfrei sind die meist auch nicht. Am Besten für Umwelt und Natur ist aber das gute alte Stück Seife. Die bekommst du auch in deinem Lieblingsduft und ganz ohne Plastikverpackung. 

 

 

 

4. Tipp: Leitungswasser trinken statt Plastikflaschen schleppen

In einem der fortschrittlichsten Länder der Welt wo man bedenkenlos fast überall Leitungswasser trinken kann klingt es irgendwie absurd, dass man stilles Wasser in Plastikflaschen kaufen kann. PET-Flaschen können neben Weichmachern auch andere ungesunde Stoffe enthalten. Wenn du auf Leitungswasser und eine wiederbefüllbare Edelstahlflasche umsteigst, sparst du nicht nur Geld sondern auch viel Plastikmüll. Und alle die nicht im Erdgeschoss wohnen oder den Luxus eines Fahrstuhls genießen können wissen: "Riskiere lieber alles fallen zu lassen, also zweimal zu laufen" klappt auch besser ohne das Wasser-Sixpack.

 

 

5. Tipp: Kochlöffel und Frühstücksbrettchen aus Holz benutzen

Plastik oder Holz? Welches Material sticht dir als erstes ins Auge wenn du in deine Küchenschublade schaust? Kochlöffel, Pfannenwender und Teigschaber in allen Form- und Farbvarianten. Doch was passiert eigentlich wenn man mit Plastiklöffel im heißen Essen rührt? Ab wann löst sich Kunststoff auf? Holzprodukte haben dagegen sogar eine antibakterielle Wirkung und sind somit hygienischer als ihre Konkurrenten aus Plastik. Wenn du lieber auch auf Nummer sicher gehen willst, dann rüste deine Küche auf unbehandelte Holzprodukte um. So brauchst du keine Angst vor Melamin, Mikroplastik oder Formaldehyd in deinem Essen zu haben und schonst deinen Körper und die Umwelt. Hier findest du unseren Kischholz Kochlöffel vom Foto.

 

6. Tipp: Kochlöffel und Frühstücksbrettchen aus Holz benutzen

Meistens gönnst du dir dein Frühstückstoast mit Schokocreme auf einem bunten Melamin-Brettchen? Gleiches wie beim Kochlöffel gilt übrigens auch für Dein Frühstücksbrettchen: Hast du dir schon einmal die Frage gestellt, ob das Schneiden mit dem Messer ausreicht, um mikroskopisch kleine Plastikteilchen vom Brettchen abzulösen? Die Vorstellung klingt eher unappetitlich, oder? Aber wir können Abhilfe schaffen: Unsere unbehandelten Frühstücksbrettchen aus Buchenholz gibt es sogar mit verschiedenen Motiven, damit auf dem Frühstückstisch keine Langeweile aufkommt.

 

7. Tipp: Milch und Joghurt im Glas kaufen

Jogurt gibt es nur im Plastikbecher zu kaufen und Milch gibt es nur im Tetrapak? Falsch! Fast in allen Supermärkten gibt es Milch und Jogurt auch in Gläsern. Hier sollte man darauf achten, dass es Mehrweg-Gläser sind und die Produkte regional bezogen werden. Bei kurzen Transportwegen kommen diese Produkte ganz ohne Plastik aus und haben eine super Ökobilanz. Vielerorts in ländlichen Gegenden sprießen seit einigen Jahren sogenannte "Milchtankstellen" aus dem Boden. Hier bieten regionale Bauern ihre Milch zum selbstabfüllen in Glasflaschen an. Klingt spannend und ist einen Ausflug wert, oder?

 

 

8. Tipp: Obst und Gemüse ohne Verpackungen kaufen

Die Bio-Gurke ist eingeschweißt, die Tomaten gibt es im Plastikbecher, die frischen Kräuter sitzen im Plastik-Übertopf geschützt durch eine Plastikhülle. Gehe bei deinem nächsten Supermarktbesuch aufmerksam durch die Obst- und Gemüseabteilung: Hier werden dir die Plastikpackungen regelrecht ins Auge springen. Doch es gibt auch hier meist Alternativen ohne Umverpackungen. Und noch ein Hinweis: Fast alle Obst- und Gemüsesorten schaffen es auch unbeschadet nachhause ohne die kleinen Folienbeutel die es überall auf Rollen gibt.

 

 

9. Tipp: Auf die Plastiktüte verzichten

Mal Hand auf's Herz: Hast du zuhause auch eine Tüte in der du andere Tüten sammelst? Wie viele davon hast du schon ein zweites Mal benutzt? Wir von Hofmeister haben selbst Bestandsaufnahme gemacht: Wir sind auf durchschnittlich 25 Tüten pro Mitarbeiter gekommen. Verrückt, oder? Kurzfristig können die überflüssigen Plastikbeutel als Müllbeutel für den gelben Sack verwendet werden. Langfristig reichen ein bis zwei Beutel pro Person aus. Wir mögen mittlerweile am liebsten Baumwollstoffbeutel: Kleingefaltet passen die sogar in jede Jackentasche. So schaffst du nicht nur Ordnung in deinem Tüten-Schrank sondern tust auch noch etwas für die Umwelt.

 

 

10. Tipp: Fertiggerichte meiden

TK-Pizza, Tüten-Pasta und Soßen in sämtlichen Variationen. Fertiggerichte sind nicht nur für Situationen in denen "es mal wieder schnell gehen muss" sondern auch unbegabte Köche können so jeden Tag was anderes essen. Doch die meisten Fertiggerichte stecken nicht nur voller Zucker, Fette und künstlicher Zusatzstoffe sondern auch in jeder Menge Verpackungen und Plastik. Lecker und Gesund wird hier wohl eher klein geschrieben. Koche lieber frisch und tue dir und der Natur etwas Gutes. Und wenn es dann doch mal schnell gehen muss: Wie wäre es mit einem Rührei mit frischen Kräuter und frischem Brot dazu?

 

 

11. Tipp: Stöbere in unserem Shop und lass dich von unseren Holzlieblingen begeistern

Das Spielzeugauto für das Patenkind, Schneidebretter für die Küche, Backutensilien für die Weihnachtskekse, kleine Schäufelchen für deine Gewürze oder auch unsere bunten Topfuntersetzer aus Kork: Bei uns findest du alles was dein plastikfreies Herz begehrt. Und sollte doch mal ein gewünschtes Produkt in unserem Sortiment fehlen, zögere nicht uns zu kontaktieren. Wir freuen uns darauf, mit dir gemeinsam unsere Welt jeden Tag ein bisschen besser zu machen.

 

Schau bei unseren Neuheiten und Topseller vorbei und lass dich von den Artikel inspirieren, für die wir andere schon begeistern konnten.

 

Holz und seine positive Ökobilanz

Im Gegensatz zu vielen anderen Materialien hat Holz eine unglaubliche gute Ökobilanz. Durch die Photosynthese ist Holz CO² neutral: Die Aufnahme und Abgabe von CO² halten sich die Waage. Noch ein interessanter Fact: Circa 1 Tonne CO² wird in jedem Kubikmeter Holz gespeichert. Das heißt, das Gewicht eines Kleinwagens wird in einem 1m³ Holzblock gebunden. Genial, oder?

 

Statistik zum Plastikmüll im Meer

Infografik: Unser Meer - beeindruckend und bedroht | Statista

Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

 

Mikroplastik und die Folgen für die Umwelt

Tüten, Strohhalme, Wasserflaschen, Wattestäbchen, Lustballon-Reste, Peeling-Perlen im Duschgel: Wir alle kennen durch Plastikmüll verdreckte Flussufer und Strandabschnitte. Nicht weniger häufig, aber weniger offensichtlich ist das mikroskopisch kleine Kunststoff: sogenanntes Mikroplastik. Lese weiter und erfahre was Mikroplastik ist und wie es in unsere Meere gelangt. 

Was ist Mikroplastik?

Als Mikroplastik sind mikroskopisch kleine, maximal 5 mm große Kunststoffe bezeichnet. Sie sind fest, unlöslich und sind synthetisch hergestellt. Aufgrund er Oberflächeneigenschaften von Kunststoff wirkt es wie ein Magnet auf diverse Umweltgifte. Die Gifte sammeln sich auf der Kunststoffoberfläche und werden dann von Meeresbewohnern wie Muscheln, Fischen oder Kleinstorganismen gefressen. Einmal im Körper der Lebewesen angelgangt, können die Schadstoffe im Magen-Darm-Trakt freigesetzt werden und einen Einfluss auf den Organismus nehmen. Es gibt Studien die auf Veränderungen im Gewebe, Entzündungen, Vergiftungen bis hin zu schweren inneren Verletzungen und zu Todesfällen hinweisen. 

Kleinstlebewesen, wie das Zooplankton, nehmen das Mikroplastik auf und sind Nahrungsgrundlage für viele Fische. Größere Raubfische fressen die kleinen Fische, nehmen das nicht abgebaute Kunststoff und die Giftstoffe auf, landen auf unseren Tellern und werden so ein Teil der Nahrungskette. Über die Auswirkungen auf den Menschen ist bisher nur wenig bekannt. Man kann aber sicher sein, dass je kleiner die Plastikteilchen sind, desto größer ist das Risiko, dass es von Meeresbewohnern aufgenommen wird. Sobald Mikroplastik in den Flüssen und Meeren angelangt ist, gibt es eine geringe bis gar keine Chance dass es wieder entnommen werden kann. Die zukünftigen Auswirkungen sind kaum abzuschätzen was für jeden Menschen sehr besorgniserregend sein sollte. 

Wie kommt Mikroplastik in die Umwelt?

Es gibt zwei verschiedene Arten von Mikroplastik: das primäre und das sekundäre Mikroplastik.

Primäres Mikroplastik gibt es in fester und flüssiger Form und finden meist in der Kosmetikindustrie ihre Anwendung. Peeling-und Massageperlen in Duschgels, Reinigungsperlen in Zahnpasta oder in flüssiger Form als Bindemittel in diversen Produkten. Sekundäre Mikroplastiken entstehen durch den Zerfall von großen Plastikartikel in immer kleiner werdende Teilchen. Beide Plastikarten können derzeit von den Klärwerken nicht vollständig aus dem Abwasser herausgefiltert werden. Das bedeutet, dass das Mikroplastik aus den Haushalten direkt in die Umwelt gelangt und von dort irgendwann wieder den Weg zurück zu uns findet.